21 Stunden Stopover in Reykjasic!

Was fällt mir als erstes zu Island ein? Mmh, es ist tatsächlich ne Netflix Serie: Sense 9. Die spielt an verschiedenen Orten auf der Welt, u.a. in Island, und erinnert mich ein bisschen an den Film Cloud Atlas (ok, wer beides nicht kennt ist jetzt auf verlorenem Posten, sorry). Als zweites fallen mir die klatschenden Wikinger während der Fußball-EM ein – erstklassiges Marketing, das muss man sagen. Und dann natürlich der Vulkan mit dem lustigen Namen.

Der Landeanflug war holprig, es windete ordentlich. Aber die PilotInnen von WOW Air (ja, heißt wirklich so) sind das sicherlich gewohnt, sie haben sich jedenfalls nicht aus dem Konzept bringen lassen, nach 3,5 Std. Flugzeit hieß es ‚landing completed‘.

Kennt ihr die Leute, die im Flieger (oder in der Bahn) hinter euch sitzen und ungewöhnlich – ich will sogar sagen abartig – oft in die Tasche am Vordersitz greifen?! So jemanden hatte ich hinter mir sitzen, einen Mann in einem orangefarbenen T-Shirt, meine Herren. Der hat offenbar seinen halben Hausrat im Netz verstaut. Die Leichtbausitze sind jedoch so weich gepolstert, dass man als Vorderfrau jeden! Handgriff! in selbiges spürt. Ich hätte es als ausgleichende Gerechtigkeit empfunden, wenn ich im Shuttle Bus in die Stadt hinter ihm Platz genommen hätte, jedoch kam es nicht so weit, wie schade für ihn.

Aber ich will mich nicht mit so Kleinigkeiten aufhalten, ich hab schließlich Urlaub! Vor mir liegen 21 Std. Aufenthalt in Island – zum ersten Mal in meinem Leben. 

Der Shuttle fährt kurz nach 21 Uhr vom Flughafen in die Stadt. Die Temperaturanzeige erzählt was von 4.1 Grad Celsius, man will es wohl ganz genau wissen. Ja, es ist frisch, aber angenehm, fantastisch klare Luft weht über die dunkle, flache Landschaft.

Irgendwie kommt mir der Duft von Käsebrot wieder in die Nase, genau der Geruch, den meine Sitznachbarin verbreitete mit ihrem offenbar sehr lang gereiftem Käse auf Brot. Und natürlich kommt mir der Gedanke, dass ich vielleicht so rieche. Schnell checke ich meine Klamotten, kann aber direkt Entwarnung geben. 

Die 50 km bis in die Stadt ziehen sich etwas, nicht nur weil landschaftlich nicht wirklich viel passiert, es ist weiterhin flach und dunkel, nein, gefühlt kriechen wir. Das Tacho dürfte gefühlt nur 60 km/h anzeigen, ok, vielleicht 70, aber mehr nicht. Also erstmal entschleunigen, von mir aus gerne.

Vom Bus Terminal aus laufe ich gut 20 Min Richtung Hostel, es gibt unmerkbare Straßennamen, die meisten enden auf …braut. Fertighäuser sind offenbar der letzte Schrei hier, es gibt hunderte davon, die einen mehr, die anderen weniger gut in Schuss. Vermutlich ist der Baustil dem Import geschuldet, hier scheint irgendwie alles importiert werden zu müssen. Außer kargem Lavagestein hab ich nur eine Handvoll blühender Krokusse am angelegten See gesehen, ansonsten wächst hier offenbar nicht viel. Oder zumindest hab ich es noch nicht entdeckt.

Das Hostel ist ganz nett, ich schlafe im ‚female dorm‘. Alle, die meinen Blogeintrag über Vive México gelesen haben, wissen, warum 😉

Aus Montreal ploppen um Stundentakt Übernachtungsangebote ein, Wahnsinn! Das wird ein Fest!

Morgen erkunde ich die Stadt, die am Abend schon ganz nett aussah. Stay tuned (würde ein Kollege jetzt sagen 😉

 

 

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