Jurassic Park in Drumheller & und tote Büffel im Head-Smashed-In Buffalo Jump

Von Banff aus ging es nochmal kurz nach Calgary. Mein insgesamt dritter Besuch in der Stadt hat mein Herz erweicht, es ist garnicht so schlecht in Cowgary! Bei sommerlichen 25 Grad und Sonnenschein ist alles schön. Die Patios waren voll mit gut gelaunten Leuten, das kühle Bier schmeckte hervorragend und auch sonst hatte ich eine gute Zeit dort.

Ich hatte mir den Luxus gegönnt und mir ein paar Tage ein Auto gemietet um durch die flache, öde Alberta-Landschaft zu brettern. Man ist das flach! Mein erster Roadtrip führte mich nach Drumheller, ca. 1,5 Std. östlich von Calgary. Dort wurden Dinosaurier-Knochen gefunden, der Ort gilt als ‚Welt-Hauptstadt der Dinosaurier‘. Vor den Toren der Stadt befindet sich auch das Royal Tyrrell Museum of Palaeontology mit der wohl umfangreichsten Skelett-Sammlung der Welt. Leider war ich zu spät dran und die Öffnungszeiten, die in meinem Reiseführer angegeben waren, bezogen sich nur auf den Sommer. Und so hatte das Museum anstelle bis 21 Uhr nur bis 17 Uhr auf. Somit stand ich vor verschlossenen Türen. Das hat mich extrem geärgert! Ich werde also irgendwann nochmal nach Drumheller fahren, vielleicht im Sommer?!

Ich musste somit mit der unechten Version Vorlieb nehmen. In der Stadt befindet sich die weltgrößte Nachbildung eines Tyrannosaurus rex. Das Teil ist größer Meter größer als sein Original. Auch sonst kann man dem Dino-Kitsch in der Stadt kaum entkommen, man versucht dieses Erbe auszuschlachten wie es nur geht. Mir stellt sich die Frage, wer zuerst hier begraben lag. Der Hund oder der Dinosaurier?!

Zwei Tage später ging’s Richtung Süden. Jason vom HI-Hostel hatte mir den Head-Smashed-In Buffalo Jump ans Herz gelegt. Der Jump hat es sogar auf die Liste der Unesco Weltkulturerbe geschafft. Und auch wenn es sich erstmal unspektakulär anhört, Bisons über eine Klippe zu treiben, es war ein sehr interessanter Ort. Mit einer ausgeklügelten Technik (manche Redakteure würden sie als pfiffig beschreiben ;-)) haben die ‚Buffalo runners‘ die ganze Herde in Panik versetzt und über die Klippe gejagt!

Da recht wenig los war hatte ich die Gelegenheit, mit einem der Angestellten im Dokumentationszentrum zu sprechen. Er entpuppte sich als waschechter Indianer (darf man das noch so sagen?!). Als Vollblut-Blackfoot Indianer. Wie man diese erkennt?! Ganz einfach, kein Bartwuchs, keine Haare auf der Brust, keine Haare auf den Beinen. Keine Sorge, wir kamen ganz ohne Striptease aus 😉

Paläontologen haben in der Nähe bis in 13 Meter Tiefe Büffel-Knochen gefunden und gehen deshalb davon aus, dass der Jump von den Ureinwohnern über fast 6.000 Jahre als Futterquelle genutzt wurde. Interesting side fact: Auch wenn immer die ganze Herde gejagt wurde, die Population der Tiere blieb stabil. Erst als die weißen Männer mit ihren Gewehren kamen wurden die Büffel fast ausgerottet.

Mittlerweile bin ich wieder in Vancouver. Blog-technisch hänge ich etwas hinterher. In ein paar Tagen gehts weiter nach Vancouver Island und von dort aus schon nach Seattle. Ich verlasse Kanada, werde mein Konto auflösen, meinen Handy-Vertrag kündigen. Das alles fällt mir gerade schwer, ich wäre gerne länger geblieben.

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3 Kommentare

  1. Hey Tanja, wie lange ist es eigentlich noch bis zu Deiner Rückkehr nach D? In Kanada ist man irgendwie nie lange genug. So wars bei mir… Wünsche Dir noch ein paar gute Stunden/Tage mit Blick aufs Meer und offenen Begegnungen. Kommst Du bei den San Juan Islands vorbei? LG Katrin.

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    • Hallo Katrin, danke! Stimmt, aber vielleicht ist das so wie bei ‚Sanft&Sorgfältig‘, man soll aufhören, wenn es am schönsten ist?!

      Danke für den Tipp mit den Islands!

      Ich lande wieder am 1. Junei in good cold Germany. Bis bald!

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  2. Wie immer gut zu lesen, liebe Tanja 🙂 Ist immer strange, wenn man nach solch einem Jahr wieder alles ‚aufgibt‘ :-/ aber mach Dein Ding und immerhin liegen ja noch 2 months ahead, Also stay safe & I’ll read you later!!

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