Kanadisches Bier, Fisherman’s Cove & die Sache mit dem Lobster

In Halifax gibt’s zig Brauereien. Eine davon ist die Garrison Brewing Company in der Nähe vom Hafen. Dort kann man Biersorten probieren, z. B. Craft Bier mit Ahorn-Sirup (ungewöhnlich, aber lecker), Bier mit Ingwer (sehr lecker!) oder klassisches Craft (lecker lecker), alles vom Fass, frisch gezapft. Das „hoppy“ Bier war dann doch etwas zu hopfig und hat den Test weder bei Ines noch bei mir bestanden. Pro Glas kostet das alles nur 2 $ was für kanadische Verhältnisse ein richtiger Schnapper is.

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Kanadisches Bier – (c) tanadia.com

Was hier auch ein Schnapper ist: Sprit! Der kostet im Moment gerade mal 1.18 $, also umgerechnet 86 Euro-Cent. Ich vermute mal, dass der Benzinpreis in Deutschland fast beim Doppelten liegt zur Ferienzeit. Naja, wir haben ja auch keine Teersande. Auch günstig: ÖPNV. Für 2.50 $ kann man 3 Stunden den Bus und die Fähre nach Dartmouth nutzen. Und sozusagen überall, sogar am Hafen, gibt’s kostenloses Internetz.

Alles andere ist durch die Bank teurer als bei uns. Und man kann von der Regulierungswut der EU halten was man will, sie bringt auch viele Vorteile für die VerbraucherInnen. Zum Beispiel, dass den Handy-Betreibern auf die Finger geschaut wird oder dass Überweisungen innerhalb eines Tages gebucht werden müssen. Die Handy-Anbieter hier werben damit, dass eingehende Anrufe und SMS kostenlos sind. Die haben bis vor kurzem noch Geld gekostet, Wahnsinn. Und beim Einlösen von Gehaltsschecks kann’s schonmal 3 Tage dauern, bis sie auf dem Konto gutgeschrieben werden.

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Life was much easier – (c) tanadia.com

Eine interessante Auffälligkeit hier in Nova Scotia: Autos müssen vorne kein Nummernschild tragen, sondern nur hinten. Das ist schon ein seltsames Bild und man fragt sich, wie Rasen geahndet wird, wenn man nicht weiß, wer im Auto sitzt?!

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Volkswagen ohne Kennzeichen – (c) tanadia.com

Heute habe ich einen besonderen Friedhof besucht, den Fairview Cemetery in Halifax. Hier wurden 121 Opfer der Titanic-Katastrophe beerdigt, zum Teil nur mit einer Nummer, da nicht alle Opfer identifiziert werden konnten. Auch wenn das Unglück schon über 100 Jahre zurück liegt, ein beklemmendes Gefühl hat man trotzdem, wenn man an den Gräbern vorbei geht.

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Friedhof auf dem die Titanic-Opfer liegen – (c) tanadia.com

Ein nettes Örtchen in der Nähe von Halifax ist die Fisherman’s Cove. Von Halifax aus nimmt man die Fähre nach Dartmouth und steigt dort in den 60er Bus Richtung Süden. Die Fahrt geht vorbei an Umschlagbahnhöfen für Autos und Rohöl-verarbeitendender Industrie a la Wesseling. Einen Kerosin-See hab ich jedoch nicht gesehen. Die liegen ja auch nur selten oberirdisch. Kurz nach den ganzen Industrie-Anlagen taucht eine kleine, alte Fischer-Bucht auf. Glasklares, wenn auch sehr kaltes Meerwasser erwartet einen, und wer nicht lange wartet sind die Stechmücken. Regelrechte Monster-Mücken die ganz scharf auf TouristInnen sind, die vergessen haben, sich einzusprühen. Aber ansonsten ist es superschön! Hier ist der Fotobeweis:

Fisherman's Cove - (c) tanadia.com
Fisherman’s Cove – (c) tanadia.com

Ich hab übrigens gekniffen. Es gab den Lobster dann doch nur zwischen ’nem Brötchen. Ich wäre mit dem schweren Gerät und den mitleidigen Hummer-Augen überfordert gewesen. Ja, enttäuschend, aber so ist das manchmal im Leben.

Fein: Lobster zwischen nem Brötchen - (c) tanadia.com
Fein: Lobster zwischen nem Brötchen – (c) tanadia.com

Morgen geht’s nach Lunenburg zum Weltkulturerbe. Ines packt mich und ein bisschen Verpflegung ins Auto und schon geht’s los.

Am Sonntag pack ich wieder meine sieben Sachen und setz mich in den Zug nach Montréal. 22 Stunden (!) dauert die Fahrt. Abfahrt mittags um 12, Ankunft 9.18 Uhr am nächsten Tag. Im Schlaf eine Zeitzone durchfahren. Und eine Übernachtung gespart!

Die Woche hier in Halifax ging schnell vorbei. Nach dem Ankommen und dem Runterkommen hab ich mich um die wichtigen Dinge wie kanadisches Bankkonto, Social Insurance Number (SIN) und kanadische Handy-Nummer gekümmert. Zudem die Fahrt und die Unterkunft in Montréal gebucht und die Details den Job betreffend geklärt. Es ist halt immer was zu tun. Auch hier in Kanada.

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5 Kommentare

  1. Hi Tanja, great to hear that things are running smooth for you so far in Canada! Take care when cracking your first real lobster. When Isabell tried it her first time in Maine, USA, I had to take shelter because the pieces were splattering all over the place. We were lucky that no one was hurt (except for the poor lobster). Better ask someone to teach you! Looking forward to read more of your adventures!

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