Deutschlandticket #1 – Oh, wie schön ist Wittenberg

Willst du mal was Verrücktes tun? Du hast Zeit? Und vielleicht sogar ein Deutschlandticket? Du willst noch mal spüren, was an der Basis in Deutschland so los ist? Dann wirf deine bisherigen Einstellungen im DB Navigator über Bord und stell die Reiseauskunft auf „nur Nahverkehr“ – einsteigen bitte!

Neben der Tatsache, dass im RE/RB einfach ganz andere Leute unterwegs sind als im ICE, kommt man durch Orte, von denen man vorher vermutlich noch nie was gehört hat. Toll! Einfach mal treiben lassen und gucken, wo es einen hinspült und ohne zu wissen, wann man seinen Zielort erreichen wird, weil der Weg ja schon das halbe Ziel ist. Und: Man bekommt noch mal ein neues Gefühl für Distanzen. (Zum Vergleich, der schnelle ICE braucht für Nürnberg-Berlin nur knapp 3 Stunden.)

Zudem gibt es den Vorteil, dass die Chancen gut stehen, das eigene Fahrrad mitnehmen zu können. Das Tagesticket Fahrrad (gilt deutschlandweit) kostet gerade mal 6 Euro.

Auf dem Rückweg von Nürnberg (Hinfahrt zum ICE-Sparpreis, um Zeit zu sparen) hab ich das einfach mal gemacht und nehme eins gleich vorweg: Das möchte ich wiederholen!

Gut gestärkt ging es um die Mittagszeit also zurück nach Berlin. Als erstes mit dem RE14 nach Saalfeld (Saale) nach 40 Min dann Umstieg in den RB 25 nach Halle. Auf dem Weg dorthin entschied ich mich, nicht in Halle (Saale), sondern erst, nach dem Umstieg in die S8, in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) auszusteigen.

Vom Bahnhof der Lutherstadt ging es mit dem Fahrrad zügig in die nicht weit entfernte und wunderschön restaurierte Altstadt. Ein Muss war natürlich die Kirche mit den weltbekannten Thesen.

Da ich erst gegen 20 Uhr dort war, war die Stadt bereits zur Ruhe gekommen. Die Menschen saßen entspannt in den Restaurants und Terrassen der Stadt.

Besonders überraschend für mich war der kulturelle Vibe der Stadt. So tönte vereinzelt Musik aus den Hinterhöfen. Mit dem Blick auf die Uhr fehlte mir jedoch leider die Zeit für diesen Konzertgenuss…

Hierher möchte ich noch mal kommen.

We see us, Wittenberg!

Nur 1,5 Stunden später kam ich mit dem RE3 wieder in Berlin an. Insgesamt dauerte meine Reise Nürnberg-Berlin im Nahverkehr somit knapp 8 Stunden. Mit einigen Pausen, Umstiegen und hintenraus sehr leeren Zügen eine entspannte und gleichzeitig interessante Reise durch den Osten der Republik.

Was der Fernverkehr vom Nahverkehr lernen kann? Pünktlichkeit. Fast alle Züge fuhren pünktlich ab und kamen ebenso zeitig an.

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